Schottland 2017

In Fortsetzung von 2016:
Schottland Reise im Frühsommer 2017 – auch in diesem Jahr wieder auf der Suche nach „wilden“ Standplätzen, Gastankstellen, einer individuellen Whiskytour und natürlich landschaftlich schönen Routen
Geplant ist dieses Mal die Ostküste, also die Nordseeküste, bis hinauf zum Atlantik in Schottlands Norden mit einem Blick auf die Orkney Inseln und zurück durch die Mitte Schottlands, den Highlands.

1. Tag: Anfahrt vom Ruhrgebiet nach Rotterdam, perfekt über die A15 in den Niederlanden bis direkt zum Hafen. Wer noch etwas Wartezeit mitbringt, kann auf Parkplätzen neben der Autobahn nahe der Maas mit Blick auf die Raffinerien die verbliebene Zeit auf dem Kontinent verweilen. Richtung Brielle an der N218 findet sich eine DBC Tankstelle mit Gas. Auf der Rückfahrt zum Europort direkt an der Maas kann man schön rasten, mit Imbisstand und Sanitätshäuschen, schon ein wenig Urlaub, nur 4 km vom Europort entfernt, der „Krabben Plaats“.

Ausfahrt Rotterdam Hafen

2. Tag: Nach einer ruhigen Nacht auf der Fähre verlassen wir um 7.45 Uhr die Hafenstadt Hull und fahren auf der A165 in Küstennähe Richtung Whitby. Schon bald sind die ersten Campingplätze angezeigt. Durch eine leicht hügelige Agrarlandschaft ziehen wir weiter an den Bampton Cliffs vorbei mit Blick aufs Meer. Wer hier rasten möchte, findet neben der Straße kostenlose Stellplätze mit Imbissbuden, zu erkennen an der englischen Beflaggung und natürlich auch diverse Campingplätze. Angekommen in Scarborough, finden wir eine sehr schöne, gepflegte Stadt mit Universität und Burg vor, direkt auf einem Cliff angesiedelt, jedoch ist es hier schon recht touristisch auf der Strandpromenade. An den Ausläufern des riesigen Waldgebietes „North York Moor“ entlang, durch dunkles Heidegebiet mit blühendem weißen Wollgras auf der bis zu 25% steilen Straße geht es weiter ins malerische Küstenstädtchen Flyingthorpe mit der Robin Hood Bay. Nach dem Tyne Tunnel vor Newcastle für eine Maut von 1,70 $ befahren wir die A189N (N= Richtung Norden), die Northumbria Coastal Road. Nach einer Rast in Amble am Segelhafen geht es weiter nach Almwick, einer wunderschönen alten Stadt mit Wohnmobilstellplatz. Hinter Beal gelangen wir nur bis zum Damm nach Holy Island, denn jetzt ist Hochwasser, also „Straße unter“.

Warten, bis die Ebbe die Straße frei gibt

Die Straße ist nur bei Ebbe passierbar. 8 Meilen vor Berwick liegt auf der rechten Seite ein toller Parkplatz mit WC Häuschen, auch zum Übernachten kostenlos. Berwick hat eine beeindruckende, tolle Brücke, ein altes Viadukt, eine schöne Altstadt, ist typisch englisch pittoresk. 320 km nach Hull passieren wir kurz hinter Berwick die Scottish Border. Flüssiggas finden wir nach langer Strecke in Musselburgh an der Shell Tankstelle (A199). Direkt ein kleiner Hafen dahinter, hier übernachten wir auf einem kostenlosen Stellplatz mit einem modernen WC Häuschen, warmer Außendusche, Wasserhähnen und Ablassmöglichkeit und sind nicht die einzigen Mobilisten. Nicht nur dass wir hier Flüssiggas tanken konnten, es gibt auch direkt gegenüber der Shell einen großer Lidl und etwas weiter einen Aldi Einkaufsmarkt. Ab 9.00 Uhr kann man am Imbisswagen gegenüber auch Kaffee, Tee und Frühstück und Weiteres wie Gegrilltes, Pommes den ganzen Tag über bekommen. Dies ist ein Super – Ausgangsplatz für Tagesausflüge nach Edingburgh und St. Andrews.
3. Tag: Kurz vor unserer Weiterfahrt besucht uns ein VW T4 „Tartan Terror“ mit einem Super Ausbau und einem informativen Gespräch mit dem englischen Besitzer über Deutschlands Bulli-Treff-Ecken, die der Fahrer gut kennt und vielen Tipps für uns in Schottland. Dann machen wir uns auf zu unseren Stadtbesichtigungen von Edingburgh und St. Andrews. Bei „Morrisons“ in Kirkcaldy an der A921 finden wir auch Flüssiggas. Über die Tourist Road an der Küste entlang gelangen wir nach St. Andrews. Die halbe Altstadt besteht aus alten Universitätsgebäuden, und gerade heute sehen wir die Studenten in ihren schwarzen und blauen Talaren, die ihre Graduationsurkunden mit ihren Angehörigen bei einer feierlichen Zeremonie erhalten haben. Auch in den beeindruckenden Ruinen der mittelalterlichen Kathedrale werden Fotos geschossen. Viele verschiedene Sprachen hören wir, denn die Studenten kommen aus der ganzen Welt. Es hat sich gelohnt, dass wir unser „Muss“ vom letzten Jahr eingelöst haben. In Abroath bleiben wir zunächst auf dem kostenlosen Stellplatz , den wir bereits vom letzten Jahr kennen, am Hafen und Museum stehen, machen einen ausgedehnten Stadtgang mit etwas Fischessen und lernen das berühmte Smoker Rezept kennen. So nebenbei: Im großen Lidl entdecken wir einen sauberen Toilettenbereich. Am Abend wechseln wir aber noch unseren Übernachtungsplatz und fahren hinaus über den breiten Strandboulevard bis zum Beginn der Klippen. Hier gibt es auch ein Toilettenhäuschen.
4. Tag: Nach dem Frühstück direkt an der Küste mit tiefer Ebbe und dem Kliff an der Promenade brechen wir auf und fahren auf der Coastal Route A90 über Montrose, einer malerischen Stadt mit einem Wildlife Center, in der Innenbucht weiter über Stonehaven nach Aberdeen. Das Wetter ist klar und typisch schottisch wechselhaft bei 18°C. In Milton Haven gibt es direkt am Meer einen sehr schönen Campingplatz. Stonehaven erreicht man, wenn man von der A90 rechts auf die Coastal Tourist Trail Road abbiegt. Dort kann man auch gut an mehreren Stellen frei stehen und übernachten. Aberdeen wirkt sehr lebendig, die Kathedrale prägt das Innenstadtbild. Altes und Neues wechseln sich ab. Für Interessierte: Bitte im Stadtführer über Aberdeen nachlesen. Die Shell Tankstelle an der Kingsstreet hilft uns mit Autogas weiter. In Aberdeen liegt Schottlands Reichtum: Die Stadt ist die Erdöl Hauptstadt. Wir fahren weiter in die Highlands Richtung Rhynie über die 944 auf der Highland Tourist Route, bis Mossat auf einer traumhaften Strecke durch hellgrüne leuchtende Felder, grüne Waldgebiete, durch die die Sonne blinzelt, an gelben Ginsterbüschen vorbei, links von uns schlängelt sich der Fluss Don. In Rhynie verlassen wir die 97, über Cebrach geht es zur ersten Whisky Destille „Glenlivet“. Hier finden wir die richtigen Highlands mit riesigen Heideflächen auf Moorboden, Felsen und Schneestangen für den Winter, District Moray, dem „Malt Whisky Country“.

ein halbes Jahrhundert alt
Whiskey Design
Scottish Whisky auch im Bourbon Land

ja, der Preis stimmt 26.750 $ etwa 30.000 € und auch 50 Jahre alt.
Selbstabfüllung

Die Nacht verbringen wir auf einem Parkplatz der Forrest Commission „Morinsh Woods“, eine ¾ Mile hinter dem Inn „The Croft“ auf dem Rückweg von „Glenlivet“ nach „Glenfiddich“.
5. Tag: Heute ist der Tag der Destillenbesuche. Die erste kleine „Allt-a-Bhainne Destillery“ hat leider kein Besucherzentrum und gehört zu „Chivas Brothers“ im Konzern „Pernot Ricard“. In der zweiten großen „Glenfiddich“ bestaunen wir die Exklusivität und ihre teuersten Whiskies, diese Brennerei ist seit 1887 in Familienbesitz. Wir passieren dann die Destille „Craigellachlie“, ebenfalls in Privatbesitz, aber leider auch ohne Besucherzentrum. Den malerischen River Spey, der dieser Region und dem Whisky seinen Namen gab, der Speyside, überfahren wir auf der A90 nach Rothes, wo wir die Destille „Gran Grant“ besichtigen. Sie liegt sehr schön mitten in einem üppigen Garten mit Cafe. Danach passieren wir die Destille „Auchroisk Destillery“, ebenso ohne Besucherzentrum. Leider ist die Destille „Glentauchers“ links an der Straße nach Keith heute am Samstag geschlossen. Es folgt die Destille „Strathisla“, gegründet 1786, „Home auf Chivas Regal“. Uns gefällt hier besonders die alte Pagode.  

 

 

 

 

„Glen Morray“ finden wir in Elgin links von der A96 Richtung Inverness, eine Destille, die sich auch noch in Privathand befindet. In Forres biegt man links von der A96 zur historischen Destille „Dallas Duh“(heute ein Whisky Museum) und zur rechten Seite zur Destille „Benromach“ ab. Hier nach einer interessanten Führung – ohne mit der Wimper zu zucken, kaufen zwei ältere Herren je eine Flasche Bio Organic Whisky für je 650 $ – fahren wir

auch nicht geschenkt

nach einer Verkostung von drei Whiskies für pro Person 6 $ weiter nach Nairn. Wir biegen in der Stadt rechts ab zum Holiday Parc und durchqueren ihn bis zu den kostenlosen Parkplätzen mit direktem Zugang zum Strand und einem Toilettenhäuschen.
6. Tag: Ruhetag am Bulli in Nairn auf dem Rastplatz wie bereits in 2016 beschrieben.

7. Tag: Am Nachmittag verlassen wir unseren sehr ruhigen Standplatz, entlasten unseren Bulli, versorgen ihn auf dem Holiday Parc mit Frischwasser und wechseln auf den von uns schon mehrfach aufgesuchten Parkplatz direkt an der Hafenmole, um dort noch etwas vom Leben im Hafen mitzubekommen und den Blick auf den Forth of Morray zu genießen. Insgesamt gesehen haben wir in Nairn zwei sehr schöne erholsame Tage mit Strand, Naturschutzgebiet und etwas Stadt- und Einkaufsbummel in einer typischen schottischen Kleinstadt verbracht. Weitere Infos über Nairn finden sich in unserem Reisebericht von 2016.
8. Tag: Wir verlassen mittags nach einem köstlichen Menü bei „Jackos Bar & Diner“ und einer Nacht mit Hochflut den Hafen von Nairn und fahren auf der A96 Richtung Inverness weiter. Das Wetter ist heute bedeckt und kühl (14 C°). Wir passieren das Battlefield of Calloden, sehr interessant zu besichtigen für alle, die sich mit der schottischen Geschichte und den Highländern beschäftigen wollen, der letzte Freiheitskampf der Schotten gegen die Engländer. Gas tanken ist möglich hinter der großen Brücke über den Morray Forth Richtung Thurso hinter dem Kreisel in Tore. Wir fahren mitten durch die Black Isle durch ein großes Waldgebiet und niedliche Puppenstubendörfer. Nach Cromarty auf dem Weg zu einer kleinen Fähre biegen wir rechts ab auf der B9163. Vorbei geht es an vielen Bohrtürmen und Kreuzfahrtschiffen, die auf der anderen Seite von Invergordon liegen. Hier im Hafen mit Toilettenhäuschen kann man gut übernachten, Frischwasser tanken und auch lecker essen. Die kurze Fährverbindung für 20,50 $ ist uns allerdings zu teuer, deshalb fahren wir zurück zur A9 weiter nach Tain. Den Cromarty Firth überqueren wir über eine imposante, sehr lange Brücke. In Alness liegt direkt am Meer und auf unserem Weg die Destille „Dulmore“, die wir dann auch besuchen, sehr exklusiv und teuer, die Rückfahrt hat sich also gelohnt. Der Liner „Rotterdam“ der Holland-America-Linie liegt in Invergordon im größten Tiefseehafen Schottlands. Direkt gegenüber finden wir die Destille „White & Mackey“. In Dornach entdecken wir die Destille „Glenmorangie“, bei der Verkostung können wir der Versuchung nicht widerstehen und decken uns mit drei Flaschen ein. Durnoch ist eine hübsche, alte Stadt mit schönen Bruchsteinhäusern und einer riesigen Kathedrale aus dem 12. Jahrhundert. Wir finden einen traumhaften Schlafplatz auf einem Parkplatz unterhalb der A9 am Loch Fleet, einem interessanten Naturschutzgebiet zwischen dem Salzwassermeeresarm und dem Vogelnistgebiet im Süßwasserloch. 9. Tag: Weiter bei Golspie findet sich auch ein schöner Standplatz direkt am Wasser mit Toilettenhäuschen. Das typisch schottische Schloss „Dunrobin Castle“ sollte man auf keinen Fall versäumen zu besuchen, besonders die zum Meer gewandte Rückseite ist sehenswert. Bei Dudelsackmusik verabschieden wir uns vom Schloss. In Bora finden wir einen Wanderparkplatz mit WC Haus, dies ist ein guter Übernachtungsplatz ebenso wie mehrere Parkplätze die ganze A9 entlang. Und schon wieder eine Destille: „Clynelish“.

Lagerhäuser für die Whiskey Fässer

Und auch hier wieder hinein und mal sehen: Das Tasting des 14 Jahre alten Whiskies ist hier sogar kostenlos, allerdings gehen 95% des Brandes weiter an Blender. Wer länger bleiben will, findet hier auch einen Campingplatz direkt an der Küste. Die A9 ist die Traumstraße an der Nordseeküste Nordschottlands, links die Highlands und rechts die Küste und das Meer, links dunkle Felsen, rechts leuchtend und klar die Küstenlandschaft, spektakuläre Ausblicke entschädigen uns für das ständige Auf und Ab mit bis zu 13 %igen Geländeunterschieden. Wir verlassen die A9 auf die A99 Richtung Wick. In Lybster fahren wir steil hinunter in den kleinen Fischereihafen, im 19. Jahrhundert der dritt größte Fischereihafen für Lobster in Schottland, einem Cafe und Infozentrum, es ist sehr hübsch hier und auch geeignet zum Übernachten mit einer gepflegten Sanitäranlage. In Wick gibt es schon wieder eine Destille zu besichtigen, die „Pulteney Destillery“, eine der nördlichsten Schottlands.

Heute frisch auf den Tisch

Wir fahren weiter nach John O`Groats zur Atlantikküste. Ein Wahnsinnsausblick auf eine tiefblaue Nordsee mit klarer Sicht auf die Orkney Inseln, davor das weiß blühende Moor bringt uns wahrlich zum Staunen. John O`Groats ist ein reiner Touristenort mit Fußgängerfähre, Ausflugsboot, Stellplätzen, gutem WC, Restaurants und Campingplatz, bei klarem Wetter immer die Orkney Inseln vor Augen. Hier wechseln wir die Meere, von der Nordsee zum Nordatlantik. Wenn man in Castletown auf die B876 abbiegt, gelangt man in den Ort Watten, hier tanken wir Gas bei Gleaner. Am Loch Watten finden wir einen sehr schönen Parkplatz mit Bänken und Tischen zum Übernachten. Weiter in Thurso schauen wir uns den Industrie- und Fährhafen an, finden auch hier wie in John O`Groats wieder sehr hohe Fährpreise zu den Orkneys vor und fotografieren einige tolle alte Autos. Wir passieren Schottlands Atomkraftwerk „Dunrey“ und lassen es gerne hinter uns. Einige Parkplätze links und rechts der Straße ermöglichen zwar das Stehen, aber es ist so windig heute, dass wir hier nicht ohne Schutz die Nacht verbringen möchten. Wir entscheiden uns dieses Mal für eine Camp Site auf der rechten Seite, die allerdings 20 $ kostet, dafür alles bietet, auch ein gutes Inn.
10. Tag: Nach einem späten Aufbruch fahren wir weiter gen Westen auf der A836 durch das unwirtliche Highland mit Blick auf die Schaum gekrönten Wellen des Atlantiks. Immer wieder entdecken wir Park- und Wanderparkplätze neben der Straße. In Bettyhill ist es richtig super neben der Touristeninformation zu stehen mit Cafe und kleiner, preiswerter Restauration. Es gibt auch einen Campingplatz. Die weite Bucht mit Sandstrand ist ein Traum. Bis Tongue zeigt sich die Landschaft etwas lieblicher, nicht mehr so rau und windig wie hoch in den Highlands. Wir fahren über den Kyle of Tongue, einem Damm in einem Meeresarm, weiter nach Talmine bis zum Ende der Straße nach Strathan. Abenteuer pur, eine Wahnsinnsküste, dazwischen Menschen leere Sandbuchen, einige verstreut liegende Gehöfte.
11. Tag: Talmine verlassen wir nach einem völlig verregneten kühlen Tag auf dem nur 10 $ preiswerten Campingplatz an der wunderschönen Nordatlantikküste und fahren weiter auf der A383 Richtung Durness mit seinem großartigen Höhlensystem, das auf jeden Fall eine Besichtigung wert ist. Unterwegs passieren wir nach einer Strecke durchs Hochmoor den Loch Arrboll mit seinen Lachszuchtstationen. Die Fahrt geht sehr steil Berg auf und Berg ab. Hier stürzt sich ein Bach neben dem anderen aus den gegenüber liegenden Bergen ins Tal. Es sind recht viele Wohnmobile unterwegs, an den spektakulären Aussichtspunkten zwischen Bergen und Küste trifft man sich immer wieder. Hohe schroffe Felsen, weite sattgrüne Wiesen mit weißen Tupfen, den frei laufenden Schafen, sich mäandernde Bäche, auch dieses Stück bis Laxford Bridge ist eine Route wie gemalt. Wir bleiben noch ein Stück auf der North & West Highland Touristic Route, der A500, jetzt die A894, und biegen dann rechts ab nach Fanagmore zur west atlantischen Küste, einer Stelle, wo man gut, wenn man Glück hat, Wale beobachten kann, die auf dem Weg zum Nordmeer und zurück diese Stelle passieren. Der 3 km lange Weg zu den zwei Häusern, die Fanagmore ausmachen, ist extrem spannend. Wir werden von zwei wunderhübschen Kühen mit ihren Kälbern begrüßt. Man kann hier das Auto nicht stehen lassen, weil es viel zu eng ist. Deshalb geht es weiter nach Tarbet zum Shore House mit Fähre auf eine Vogelschutzinsel. Die Straße müssen wir mehrmals 20% hinauf und wieder hinunter. Schade, heute lässt sich weder ein Wal noch ein Seehund blicken. Wir fahren weiter in die nächste Bucht nach Sconie auf der Suche nach einem schönen Standplatz an der Westküste, doch wir sehen nur „no overnight camping“, bzw. einen Camping- Caravan Parc, der uns zu teuer ist. Also wieder zurück nach Laxford Bridge auf die A838 Richtung Kinlosh am Loch Shin. Wir durchqueren den Ort Lairgh und stellen uns kurz vor dem Ort auf einen Parkplatz an der A836. Die Strecke ist … wie kann man es in Schottland anders erwarten? … sehr schön, mal rechts das Loch, mal links ein malerisches Hochtal.
12 Tag: Wir verlassen Lairgh Richtung Dornoch über die A839, die „Moray Firth Route“, und finden direkt hinter der Abbiegung noch einen schönen ausgeschilderten Parkplatz mit WC Häuschen. 7 km nach Lairgh gibt es eine kleine Flüssiggasanlage „Mac Gas“, die links in einem kleinen Feldweg liegt, jedoch nur bis Freitag geöffnet hat, heue ist Samstag, schade. Wir fahren weiter nach Dornoch zur Gleaner Tankstelle und bekommen dort Gas wie schon auf der Hinfahrt. In Dornoch unternehmen wir einen Stadtspaziergang mit der Besichtigung von Antiquitätenläden, einem Tweedgeschäft, der Kathedrale und dem Schloss, schön. Am Abend gehen wir noch einmal in die Stadt und lassen unseren Bulli von den Möven hier bewachen.                                                                                                                                                                                                                                          Im Ort findet ein Piperkonzert statt. Schotten in voller Montur = Kilt, Schottenrock und Messer im Strumpf.                          Zur Musik tanzen uns dann noch vier Girls traditionelle Tänze vor, eine wahrlich schottische Stimmung. Und darauf folgt dann eine wirklich Sturm umtoste Nacht auf dem Carplatz hinter dem Campingplatz unterhalb des Royal Dornach Golf Clubs.
13. Tag: Es geht weiter nach Tain, dort kann man sehr gut stehen bleiben zwischen Friedhof, Spiel- und Golfplatz, auch dieses Mal direkt am Fjord. Wer`s ganz einsam haben möchte, fährt auf einer kleinen Nebenstraße durch weite Felder nach Portmohanach, auch hier kann man gut stehen bleiben und hat einen riesigen Überblick über den Forth of Dornach, wo wir die Nacht verbracht haben. Wir fahren weiter bis auf die Halbinselspitze nach Tarbat Ness zum zweithöchsten Leuchtturm Schottlands. An dieser rauen Klippe soll man sehr gut Delphine beobachten können. Auf dem Parkplatz mitten in der schroffen, Wind geschüttelten Felslandschaft kann man ebenfalls sehr gut stehen bleiben, es ist sehr einsam hier. Von einer großartigen Felsküste blickt man aufs Meer hinab, in dem außer Fischen, Delphinen und Robben auch Killerwale leben. Zur vielfältigen Vogelwelt gehören auch Adler. Jetzt kündigen pinkfarbene Tupfen die Heideblüte an. Hin und her auf kleinen Straßen fahren wir noch etwas die Küste entlang, dann wieder auf die A9 Richtung Inverness. Wir kommen wieder bei Invergordon vorbei und beobachten die Passagiere, die auf die zwei nun hier liegenden Kreuzfahrschiffe steigen oder gerade an Land gehen. Alness hinter Invergordon eignet sich vorzüglich zum Übernachten auf dem Parkplatz hinter der Co-operative mit sehr gutem WC Häuschen. Direkt vor der Abzweigung nach Inverness finden wir noch eine Gleaner Tankstelle mit Gas. Wir umfahren Inverness nach der Überquerung des Moray Firth und orientieren uns weiter über die B8082 Richtung Caledonian Canal, weiter über die B862 Richtung Fort Augustus auf der „Loch Ness Route“. Zwischen Dores und Foyers bleiben wir neben der wenig befahrenen Straße auf einem Parkstreifen mit Bänken und Infotafeln und einem freien Blick auf den breiten im Sonnenlicht glänzenden Loch Ness für die kommende Nacht stehen.
14. Tag: Es hat in dieser Nacht recht viel geregnet, aber heute Morgen begrüßt uns der Himmel über Loch Ness mit einem schönen Regenbogen. Über diesen besonderen See gibt es viel Interessantes zu wissen, z. B., dass er bis zu 400 m tief ist und die tektonische Grenze zwischen der europäischen Kontinentalplatte und der amerikanischen Platte bildet. Heute geht es weiter nach Fort Augustus und Fort William, also wieder in Richtung atlantische / irische See. Links an den Wasserfällen gibt es beim Cafe einen Parkplatz, auf dem auch das Übernachten erlaubt ist, beim nächsten Cafe ebenso. Die Strecke ist wieder einmal sehr schön, durch tiefen Wald, an einem sprudelnden Gebirgsbach und bemoosten Felsen entlang und sich immer wieder öffnendem Blick auf den See. Auch geeignete Parkplätze finden sich weiterhin. Und dann müssen wir noch einmal durch unwirtliches Highland. Steil geht es nach Fort Augustus hinab, eine tolle Strecke, tolle Ausblicke! Pflichtübung für alle: Fotos von Nessi und den sechs sehenswerten Schleusen!

Anfahrt zur Schleuse
Schleusensteuerstand – „moderne“ Technik
und num ins Loch Ness

Unser Bulli findet hier so viel Beachtung, dass sogar Japaner uns bitten, Fotos schießen zu dürfen, an der Mündung des Caladonian Canals ins Loch Ness.                  In Invergarry gibt es auch Gas bei Gleaner. Am Loch Locky findet sich neben der Straße am Wasser ein sehr geeigneter Standplatz mit einem Verkaufswagen „Burger Queen“. Unsere Strecke führt uns entlang des höchsten Berges Englands, dem Ben Nevis (1343m), selbst jetzt im Juli sehen wir noch einige Schneefelder. Am Ortseingang – Kreisverkehr tanken wir bei der BP Tankstelle Gas und besichtigen genau gegenüber die       „Ben Nevis Destillery“. Fort William bietet u. a. eine schöne Einkaufsstraße mit vielen kleinen Spezialgeschäften. Nach dem Abendessen beim Chinesen fahren wir auf der A82 bis Onich und biegen dann auf die B863 zum malerischen Loch Leven ein. Es ist wunderschön, das Seeufer entlang zu fahren. Kurz besuchen wir Kinlochleven mit seinem Eiskletterzentrum und den vielen Bergwanderern. Wir bleiben auf einem Parkplatz am Ufer für diese Nacht stehen mit dem Blick auf eine kleine Insel und darüber den hohen Highlands.
15. Tag: Nach dem morgendlichen Aufbruch bei 10 °C umrunden wir den malerischen Loch Leven bis zum Abzweig auf die A82. Die Straße führt uns hinauf und hinab durch eine imposante Bergwelt mit grünen Matten und umwölkten Gipfeln, auf die nun etwas die Sonne scheint. Jetzt geht es wieder hinauf in die mächtige Bergwelt des Ben Nevis- und Glen Col Gebietes mit mehrstufigen Wasserfällen, Wildbächen und Lochs, allerdings touristisch voll erschlossen. Es sind viele Bergwanderer unterwegs, Ausflugsbusse und Wohnmobile en masse. Selbst Reisebusse aus Spanien fahren ihre Gäste in dieses entlegene, ursprüngliche, eigentlich Menschen leere Gebiet. In Crianlarich kann man schön auf einem Parkplatz mit Sitzbänken und Toilettennähe stehen, wir fahren allerdings weiter auf der A85 Richtung Killian. Am Fluss Dochart, etwa auf der Mitte zwischen Crianlarich und Millin entdecken wir einen abgeteilten Parkplatz, eine gute Möglichkeit stehen zu bleiben. Auf der A827 erreichen wir Killian mit seinen spektakulären Wasserfällen. Weiter geht es an dem etwas lieblicheren Ufer des Loch Tay bis Aberfeldy weiter, von dort auf die A826, der „Tourist Route to Sterling“. Was wir sehr deutlich und fast schmerzhaft bemerken müssen: „Unser“ einsames Schottland, das wir aus den vergangenen fünf Jahren kennen, hat sich verändert, der Tourismus ist sehr viel stärker geworden in der Hauptreisezeit, wenn es auch hoffentlich noch lange ein „sanfter“ bleibt. An vielen Stellen sind alte Cottages umgebaut worden und neue, moderne Lodges daraus entstanden.
16. Tag: Wir haben  auf einem Parkplatz kurz vor Crieff  übernachtet und fahren jetzt durch diese Kleinstadt. Von dort aus geht es vorbei an Schlössern und Golfplätzen (die wievielten in Schottland?) weiter nach Stirling, eingebettet in Hügeln und Feldern mit einer imposanten Burg, eine geschäftige, schöne Stadt. Von hier aus am Ende des Firth of Forth fahren wir auf dessen Südseite auf kleinen Nebenstraßen A905 und A904 zunächst nach South Queensferry und kommen bei Bo`ness direkt durch große Ölraffinerien. Kurz vor Queensferry öffnet sich der Blick supertoll auf die großen Brücken von Edingburgh über den Firth. Dieses kleine alte Bilderbuchstädtchen darf man auf keinen Fall versäumen zu besuchen. In der oberen Neustadt hinterm Kreisverkehr tanken wir bei Shell Gas. Wir nehmen nun den kürzesten Weg über Nebenstraßen direkt am Wasser entlang um Edingburgh herum zu „unserem“ – den LeserInnen schon bekannten Übernachtungsplatz in Musselburgh. Bei einem Spaziergang durch die Stadt entdecken wir noch einen weiteren Strandteil, der ebenso zum Übernachten geeignet ist.
17. Tag: Musselburgh verlassen wir Richtung Süd – Osten auf der Nebenstrecke B6355 nach Gifford über Dunskine. Kurz hinter Penscaitland stoßen wir zufällig auf eine Whisky Destillery, die „Glenkenchie Destillery“, die den Edingburgh Malt herstellt, eine sehr liebevoll erhaltene Brennerei, völlig versteckt in einem Tal zwischen Gerstenfeldern gelegen. Die Fahrt geht durch eine sehr hügelige Hochmoorlandschaft 50 km weiter bis Berwick-upon-Tweed an der Nordsee. Am Whitealder Wasserreservoir passieren wir die Scottish Border und sind nun wieder in England. Aber nein, ganz unbemerkt sind wir noch einmal über die schottische Grenze gefahren, um kurz darauf nach Northumberland, wieder in England, zu gelangen. Über die A1 in Küstennähe geht es bis Belford, dort biegen wir links ab auf die B1342, um an der Küste einen Standplatz – hoffentlich für drei Tage – zu finden. In Bamburgh prunkt direkt an der Küste das riesige Bamburgh Castle.Endlich finden wir ein Plätzchen, in allen kleinen Küstenorten mit Sandstrand ist es aussichtslos, Tourismus in der kleinsten Fischerhütte. Nun stehen wir in einer Sackgasse vor einer Farm direkt an der Steilküste.
18. Tag: Völlig unbekannte Erlebnisse für uns Städter überraschen uns: Wir beobachten die prächtigen Rinder, die auf den satten, vom Meereswind gestreichelten, mit Salz haltigem Gras und Kräutern bewachsenen Weiden grasen; Kühe, Kälber und ein Bulle, sehr schöne, überwiegend hellbraune Limousin Rinder, berühmt für ihr gutes Fleisch. Hier kann man richtig zusehen, wie es entsteht. Die Tiere weiden auf riesigen Weideflächen, die bis zur Küste reichen. Wir wandern über den Footpath des Northumbria Coast Pads die abwechslungsreiche Küste entlang, mal Felsen, mal Sandbuchten.
19. Tag: Am Morgen nach einer ruhigen Nacht auf unserem Platz vor der Farm mit den glücklichen Kühen verlassen wir noch vor dem Frühstück diesen angenehmen Ort und fahren weiter bis zur nächsten Bucht. Dabei müssen wir links in die „Low Steas“ Farm einbiegen, 50 Pence in eine Money box einwerfen, das Gatter öffnen und wieder verschließen und gelangen so über das Farmgelände auf einem asphaltierten Weg zur Bucht, in die wir gestern gewandert sind. Wir sind fast die ersten hier und genießen heute bei wunderschönem Wetter unser Frühstück oberhalb des Strandes mit dem Blick übers Meer bis zum Horizont und nach links bis zu der „gestrigen“ Farm, den Vogelfelsen und der Burgruine. Bald kommen immer mehr Familien zum Strand und lagern hier. Es ist ein Tag so funkelnd wie ein Juwel. Über die Coastal Route verlassen wir unseren Strandplatz am Nachmittag durch entzückende alte Dörfer mit herrlichen Blumen, Bäumen und Büschen nach Amble. Dort angekommen, entdecken wir so ein weiteres kleines, hübsches Städtchen mit einem Sport- und Segelhafen. Die Wohnmobilstellplätze direkt am Hafen gefallen uns allerdings nicht, deshalb fahren wir weiter auf der Coastal Route und finden dort mehrere Plätze direkt am Meer (N55°18‘17.64“W-1°.33‘37.04“).
20. Tag: Auf geht`s auf die Küstenstraße über die A189 zunächst nach Newcastle und wieder durch den Tyne Tunnel weiter auf der A19. Bei Morrison auf der A1068 kurz vor dem Tunnel tanken wir sehr preiswert Gas. Nach Newcastle orientieren wir uns auf die Stadt Guisborough an der A171 zu. Auf der A174 gelangen wir an die Yorkshire Coast in den Ort Staithes, vor dem „Cowbar 1m“ ausgeschildert ist. Hier direkt oben auf der Klippe auf einem Parkplatz bleiben wir für heute stehen.
21. Tag: Wir fahren weiter bis Whitby, dort auf der A171 bis Scarborough, auf die A165 bis Bridlington. Schade, dass es heute Morgen regnet, so liegt die Atem beraubende Steilküste im Nebel, der den Horizont nicht erkennen lässt. Es scheint so, als schwebten die großen Schiffe draußen im Himmel. Von Norden kommend ist der Blick auf Whitby, die in die weite Bucht geschmiegte Stadt mit der Burgruine auf dem Felsen, über eine Kurven reiche Strecke mit 18 % Gefälle schon etwas ganz Besonderes. Wir machen einen kurzen Besuch bei der Ruine der Whitby Cathedral, einem riesigen Gelände mit Palast. Auch die Robin Hood Bay suchen wir noch einmal auf, 30 % Gefälle hinunter zur Bucht, irre! Und danach 25 % Steigung, um wieder auf die A171 zu gelangen, durch die North York Moors. In Scarborough kommen uns zwei Wohngespanne mit den für Yorkshire so bekannten und auch so benannten Yorkshire Ponies entgegen. Auf der Halbinsel oberhalb der Flussmündung des River Humbler mit der Hafenstadt Kingston upon Hull, unserem Fährhafen, unternehmen wir leider mehrere Fehlversuche am Rande der A1242, am Meeresufer einen Standplatz für unseren vorletzten Urlaubstag zu finden. In Histon fahren wir uns dann völlig im Schlamm fest. Mit Hilfe von Ästen und Steinen geht es dann doch wieder mit einigem Hin und Her aus einem Schlammloch heraus. Bis Withernsea scheint hier die Küste abzubrechen, denn alle Stichstraßen zum Meer sind gesperrt (road closed!) und mit Hinweisen auf Lebensgefahr versehen. In Withernsea stellen wir uns direkt an die Kaimauer neben ein anderes Wohnmobil. An der North Promenade findet sich auch ein großes Toilettenhaus.
22. Tag: Letzter Tag in Great Britain. Wir brechen auf nach Hull und tanken dort bei „Morrisson“ noch einmal preiswert Gas, decken uns ein mit typisch englischen Lebensmitteln und fahren zum Fährhafen. Unser Fazit dieses, unseres fünften Urlaubs in England, speziell in Schottland: Es war einmal wieder wunderschön, wir hatten nur an drei Tagen längere Regenperioden, unsere Strecken hauptsächlich über Landstraßen waren herrlich, Städte und Dörfer genauso pittoresk wie es Literatur und Filme widerspiegeln, Gastankstellen überall verfügbar, und wir haben es geschafft, nur zweimal eine Camp Site aufzusuchen innerhalb dieser drei Wochen. Selbst das war nicht zwingend nötig. Was uns noch besonders positiv aufgefallen ist: Die gute Versorgung mit öffentlichen Toiletten, die durchweg sauber und gepflegt sind. Und das Allerwichtigste, alle Beteiligten sind heil geblieben, der technische Partner, unser VW T4 Bulli Dehler, und wir zwei schon etwas ältere Reisende. Na, wenn das kein gutes Ende dieser Tour ist und Hoffnung macht auf die nächste, höchstwahrscheinlich noch einmal auf die äußeren Hebriden. Na dann, bis zum nächsten Jahr!

Bye, Bye!

Ein Gedanke zu „Schottland 2017

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